„Drei gewinnt“ Förderverein"

Delegationsreise nach China ein Erfolg – Wirtschaftskontakte und Ansiedlungspläne

Vom 9. bis 15. Juni 2019 fand eine Delegationsreise des Städtenetzwerks „Drei Gewinnt” in die Volksrepublik China statt. Neben den beiden Bürgermeistern Manfred Ockel und Thomas Jühe aus dem Vorstand des Zweckverbandes Fernost nahm auch ein Vertreter der Rüsselsheimer Wirtschaft, der Logistikunternehmer Thomas Heiler daran teil. Vorbereitet und begleitet wurde die Delegationsreise vom deutsch­chinesischen Innovationszentrum, welches von Herrn Xuejun Pei geleitet wird. Wichtigstes Ziel waren die Vertiefung der Wirtschaftskontakte und die Erweiterung des Deutsch-Chinesischen Städtenetzwerks, das mit den Städten Neijiang und Chongqing­Liangjiang angebahnt wurde.

Besucht wurden zunächst die beiden ersten Partnerstädte, die seit 2013 dem Städtenetzwerk angehören, Chengdu-Pidu und Chengdu-Dayi. Neben dem Aufbau einer Handelsplattform „Landgut” im internationalen kommunalen Kontext wurden Kooperationen der lokalen Unternehmen mit dem Deutsch-Chinesischen Innovationszentrum verhandelt. Ein weiterer Schwerpunkt in der Partnerstadt Chengdu-Dayi bildete die Anbahnung von Touristikkooperationen. Die besondere Attraktion der Skigebiete und das weltweit bedeutendste Pandareservat sollen bekanntere Reisedestinationen für Touristen, die eine Reise nach China planen, werden.

Die Delegation hatte während der gesamten Reise einen straffen Zeitplan mit eng getakteten Terminen einzuhalten. Dabei standen unter anderem Besichtigungen und Gespräche mit ausgewählten, teils hochtechnisierten Unternehmen unterschiedlicher Branchen, Treffen mit Vertretern der Wirtschaftsentwicklungszone „Chongqing­Liangjiang New Area” und der Austausch mit zahlreichen Vertretern der Politik auf dem Programm. In Chongqing wurde unter Beteiligung der CEINEX, einem Gemeinschaftsunternehmen der chinesischen Börsen Shanghai Stock Exchange und Financial Futures Exchange und der Deutschen Börse Group mit staatlichen Entscheidungsträgern über die Kooperation der Finanzplätze gesprochen. Dabei ist eine wesentliche Zielsetzung, die Finanzierung chinesischer Unternehmensansiedlungen in „Drei Gewinnt” für einen Marktzugang des Europäischen Marktes zu ermöglichen.

Weitere Reisestationen bildeten Neijiang mit Gesprächen über Wissenschafts- und Kulturkooperationen sowie Wuhu. Die Gebietskörperschaft Wuhu ist Gesellschafter von Chery, dem chinesischen Automobilunternehmen, das sich vor kurzem auf Airport Garden in Raunheim angesiedelt hat. Das Thema der Automotive-Kooperationen sowohl in Chongqing als auch in Wuhu bildeten einen besonderen Schwerpunkt der Delegationsreise. Dabei kann bereits auf die ersten Ansiedlungserfolge der Unternehmen Geely und Chery aufgebaut werden. Das sich bei allen Anstrengungen, die eine solche Reise mit sich bringt, der Einsatz gelohnt hat, darüber sind sich alle Teilnehmer einig. In der Zusammenarbeit mit China sind der persönliche Kontakt und das Kennenlernen der jeweiligen Partner von immenser Bedeutung. Auf dieser gemeinsamen Basis ist nun eine konstruktive, zukunftsfähige Anbahnung weiterer wirtschaftlicher Kooperationen und Ansiedlungen möglich. “Der Besuch hat zwischen allen beteiligten Partnern echtes Vertrauen geschaffen. Darauf können wir aufbauen”, betont der Vorstandsvorsitzende des Zweckverbandes Fernost Bürgermeister Ockel.

Angesichts des technologischen Fortschritts in China und der enormen Wirtschaftsdynamik der Volksrepublik könne die hiesige Wirtschaft von den gewünschten künftigen Verflechtungen nur profitieren. Umgekehrt seien auch die Chinesen daran interessiert, deutsche Unternehmen für China zu gewinnen. Aber auch die deutsche Expertise in puncto sozialer, nachhaltiger Stadtentwicklung – etwa im Umweltschutz und Bildungswesen ist für China von höchstem Interesse und korrespondiert mit der Neuausrichtung der chinesischen Politik, die das bisherige quantitative Wirtschaftswachstum in eine qualitative, nachhaltige Richtung lenken will.

Gegenseitiger Respekt, zunehmendes Verständnis für die kulturellen Unterschiede und ein Voneinander-Lernen sind in einer Welt, die unweigerlich zusammenwächst, von großer Bedeutung. Rüsselsheim, Raunheim und Kelsterbach nehmen diese Entwicklung an und gestalten sie aktiv.

Quelle: Stadt Kelsterbach